Best Bits: FINAL FANTASY VII REMAKE - Mako-Reaktor 5

Wir werfen einen Blick auf einen der unvergesslichsten Parts von FINAL FANTASY VII REMAKE - die Mission rundum Mako-Reaktor 5 und der folgende epische Kampf (Spoiler).
Von Eva Marie Ghossain

In der Rubrik "Best Bits" blickt unser Blog-Team auf seine Lieblingsmomente in Spielen von Square Enix und erläutert, warum sie so herausragend sind. Aber nur um das klarzustellen: Wir behaupten nicht, dass es sich dabei um den absoluten Höhepunkt des jeweiligen Spiels handelt. Es ist ganz einfach ein Moment von vielen, der sich abhebt und in Erinnerung bleibt. Also seid nicht sauer auf uns, wenn ihr anderer Meinung seid, okay?


Wenn wir über unsere Best Bits nachdenken, dreht sich das oft um eine zentrale Frage: Wenn man neuen Spielern den Abschnitt eines Spieles zeigen könnte, der wirklich ihr Interesse für dieses Spiel wecken würde, welcher wäre das dann?

Bei FINAL FANTASY VII REMAKE wäre das vielleicht die Bombenmission vom Anfang, die das Abenteuer wirklich auf spektakuläre Weise in Fahrt bringt. Oder etwa Clouds früher Trip zu dem Wohngebiet auf der oberen Platte, der einen faszinierenden Blick auf das Leben der wohlhabenderen Bürger von Midgar erlaubt.

Oder wir könnten einfach nur "Wall Market" sagen, und die unter euch, die das Spiel bereits erlebt haben, werden weise und zustimmend nicken, während sie versuchen, über ihren Gesichtsausdruck nicht zu viel von dem zu verraten, was einen dort erwartet.

Aber für uns gibt es eine ganz bestimmte Sequenz, die zeigt, wie das Spiel aus allen Rohren feuern kann - und das ist der Angriff des Teams auf den Mako-Reaktor 5 in Kapitel 7.


ACHTUNG: Ab hier folgen Details zur Story aus Kapitel 7 von FINAL FANTASY VII REMAKE. Scrollt auf eigene Gefahr an Spoiler-Barret vorbei!

Was passiert in Mako-Reaktor 5?

Söldner Cloud Strife hat sich Barret Wallace und Tifa Lockhart für eine Mission zur Sabotage eines Energiereaktors angeschlossen, der das Leben aus dem Planeten saugt. Bis hierhin ist nicht wirklich alles glatt gelaufen, aber sie haben's letztlich reingeschafft.

Alles ist sonderbar ruhig. Die Sicherheitsmaßnahmen sind enervierend locker: Das Team stolpert über einige feurig-feuernde Biowaffen und Sägeblatt-schwingende Sicherheits-Mechs, aber da ist nichts, was es vor große Probleme stellen würde. Die Helden kommen an einem besonders dicken Bot vorbei - und Barret kommentiert (vorahnend!), dass es ziemlich übel wäre, wenn der aufwachen würde.

Schon bald erreicht das Team die Reaktorpumpe und platziert seine Bomben. Und das ist der Zeitpunkt, an dem die Falle der schurkischen Shinra Electric Power Company zuschnappt. Die Chefetage weiß nicht nur, dass unsere Helden da sind. Sie übertragt den Angriff auch live im Fernsehen.

Statt als Freiheitskämpfer wird das Team nun also als Terroristen vorgeführt, die für eine fremde Macht arbeiten - und die Übertragung soll ihren Höhepunkt finden in der blutigen Exekution der Eindringlinge durch den fürchterlichen Roboter, den sie vorher bereits gesehen hatten - den Airbuster.

Zum Glück spielt das Team nicht mit. Sie beschließen, ihren Feind zu demütigen, indem sie den Bot überwinden und eine gewagte Flucht hinlegen.

Sie suchen sich ihren Weg durch den Reaktor, bewegen sich vorsichtig von Raum zu Raum, bekämpfen Shinras Elite-Sicherheitskräfte und wissen, dass jeder Schritt sie näher an eine Begegnung mit dem Gipfel von Shinras Militärausstattung bringt.

Warum also ist dieser Abschnitt so effektiv? Fangen wir beim Team selbst an.

Die Charaktere werden gestärkt

Es wäre eine maßlose Untertreibung, wenn man sagen würde, dass sich Cloud und Barret auf dem falschen Fuß erwischt haben. Die beiden Helden geraten ständig aneinander - bis zu einem Punkt früh in der Story, an dem Barret sogar versucht, die Bande mit dem ehemaligen SOLDATEN komplett zu kappen.

Eine der größten Freuden der Mission zum Mako-Reaktor 5 ist daher, zu erleben, wie das eisige Verhältnis zwischen Cloud und Barret auftaut und sich gegenseitiger Respekt entwickelt. Das wird deutlich gemacht durch die Dialoge, die sich von schnippisch und beleidigend zu vertraut und freundlich wandeln. Cloud macht sogar einen Witz!

Neben der Entwicklung der Freundschaft dient dieser Abschnitt aber auch dazu, ein Schlaglicht auf Barret im Allgemeinen zu legen. Er demonstriert uns, warum er der Richtige zum Führen seiner AVLANCHE-Zelle ist - seine Leidenschaft für den Planeten, seine hemmungslose Wut auf Shinra und seine Sorge um die Kameraden werden allesamt deutlich gezeigt.

Er ist auch urkomisch. Als er herausfindet, dass er im Fernsehen ist, laufen seine Versuche, die Meinung gegen Shinra zu drehen, nicht gerade nach Plan.

Die spielerischen Entscheidungen in Mako-Reaktor 5 haben Bedeutung

Vor einigen Wochen sprach Naoki Hamaguchi, der Co-Director von FINAL FANTASY VII REMAKE mit uns über die Wichtigkeit, den Spielern Entscheidungsmöglichkeiten zu geben.

"Das ist nicht nur für die Kämpfe wichtig, sondern für alle Arten von Spielmechaniken", erzählte er uns. "Aber wirklich elementar für die Spieler ist dieses Gefühl, dass sie eine Entscheidung darüber getroffen haben, wie sie spielen wollen, und dass sie das Feedback bekommen, dass sie sich aufgrund dieser Entscheidung gut geschlagen haben."

Diese Philosophie durchdringt FINAL FANTASY VII REMAKE. Einige Entscheidungen sind subtil - zum Beispiel muss man ständig seine Aktionen und Kampfstrategie evaluieren. Welcher Move ist der richtige für eine Situation? Soll ich heilen oder angreifen? Welcher Charakter passt am besten zu welchem Gegner?

Manche sind formaler, so wie die Wahl von Clouds Antworten bestimmten Charakteren gegenüber oder welche Materia jeweils bei den Gruppenmitgliedern ausgerüstet wird. Die Entscheidungen, die ihr in Kapitel 7 treffen müsst, gehören zu den offensichtlichsten im Spiel - aber sie sind nicht weniger bedeutend.

Auf eurer Flucht aus dem Reaktor arbeiten die gestressten Techniker von Shinra mit Hochdruck daran, den Airbuster für die unvermeidliche Konfrontation kampfbereit zu machen. Das ist er dann fast, es müssen nur noch ein paar Komponenten hinzugefügt werden - und das gibt unseren Helden die Chance für ein bisschen Industriesabotage.

In jedem Raum gibt es ein bis vier Terminals. Wenn Cloud & Co. eine Einweg-Schlüsselkarte finden, können sie diese Terminals dazu verwenden, Module von ihrem baldigen Gegner zu entfernen. Das Problem ist, dass es mehr Terminals als Karten gibt, und das zwingt euch, ein paar schwierige Entscheidungen zu treffen.

Entfernt ihr einige der Gigabomben, um einen der stärksten Angriffe des Gegners zu beeinträchtigen? Beseitigt ihr KI-Kerne, um ihn langsamer zu machen und Betäubungsangriffe zu verringern? Oder wählt ihr eine M-Einheit, was sich zwar nicht auf den Kampf auswirkt, euch aber Zugriff auf ein paar nützliche Items gibt - so ihr sie finden könnt.

Ihr werdet den Airbuster nie komplett zähmen können, aber ihr bekommt ein gewisses Maß an Kontrolle über den Kampf - bevor er überhaupt beginnt. Und das ist eine richtig coole Idee.

Der Kampf gegen den Airbuster gehört in die Geschichtsbücher

Und dann ist es endlich soweit: Es geht gegen den Airbuster, und das ist nicht ein simpler Bosskampf, sondern ein echtes Event.

Das Mechano-Monster wurde sorgfältig über das gesamte Kapitel hinweg aufgebaut. Jeder Schritt, jede Entscheidung führt zu diesem Punkt - und nun muss es einer gehörigen Portion Erwartung gerecht werden.

Und Leute, das tut es auch!


Lest mehr:


In der fantastischen Videodoku-Reihe Inside FINAL FANTASY VII (die ihr hier ansehen könnt) erläutert Lead Battle Designer Tomotaka Shiroichi, wie die Bosskämpfe von Vier-Panel-Mangas inspiriert wurden. Im Endeffekt erzählt der Bosskampf eine "Geschichte" über vier Phasen hinweg. Er erklärt:

Die Konfrontation mit dem Gegner und der Beginn des Kampfs erfolgen in Phase 1, dann wird gezeigt, was jeder draufhat und der Boss übernimmt die Führung in Phase 2.

In Phase 3 zeigt der Boss seine individuellen Spezialangriffe und der Spieler beginnt damit, gegen sie anzukämpfen. Dann fängt der Boss an, seine Schwächen zu offenbaren. Phase 4 ist schließlich der Höhepunkt und führt zum nächsten Abschnitt der Geschichte hin.

Diese Struktur ist beim Airbuster perfekt zu erkennen, und sie funktioniert auf brillante Weise. Die Startphase spiegelt das originale Spiel wider, mit der Gruppe, die in einem engen Gang aufgeteilt wird. Man bekommt eine Probe von den Fähigkeiten des Bosses, aber erst beim Einstieg in Phase 2 wird richtig aufgedreht.

Jetzt entfesselt der Boss seinen fürchterlichen Tankbuster-Angriff - einen dicken Energiestrahl, der jeden fertig macht, der sorglos genug ist, sich in seinen Weg zu stellen. Nach ein paar Prügeln löst der Boss seine Hände ab, damit diese euch unabhängig voneinander drangsalieren können. Das ist alles ziemlich stressig - aber auf die tolle Weise.

Wenn ihr genug Schaden verursacht, tritt der Boss in seine finale Phase ein und alles geht in den Turbomodus. Ein Schuss des Airbuster zerfetzt den Laufsteg und sorgt für eine neue Kampfumgebung. Er erhebt sich in die Lüfte und nutzt seine beeindruckende Mobilität, um das Team aus der Entfernung zu piesacken und nur nah heranzukommen, um einen noch gefährlicheren Angriff zu entfesseln.

Kurz gesagt: Die Eskalation ist wirklich greifbar, und sie sorgt für eine äußerst aufregende und kinoreife Begegnung. Zudem kommen hier wunderbar die Stärken des Kampfsystems von FINAL FANTASY VII REMAKE zum Vorschein.

Man muss ständig die Charaktere für die verschiedenen Situationen wechseln - Barret liefert Schaden aus der Entfernung, Cloud und Tifa prügeln aus der Nähe auf den mächtigen Gegner ein. Und jemand sollte sich wohl ums Heilen kümmern.

Ihr müsst auch wirklich auf eure Positionierung achten. Wenn euch die gefährlicheren Angriffe treffen, dann werdet ihr das auf jeden Fall bereuen. Und die sich ständig ändernden Umstände des Kampfes bedeuten, dass ihr bereit sein müsst, auf Anhieb neue Strategien zu finden - womit wir schon wieder bei den Entscheidungen wären.

Also: Dieser Bosskampf gehört in die Geschichtsbücher - wir können uns nicht vorstellen, dass viele Spielmomente des Jahres 2020 so beglückend sind.

Oh, und die Kampfmusik? dahinschmelz


Falls ihr's noch nicht bemerkt habt - wir lieben Kapitel 7 von FINAL FANTASY VII REMAKE wirklich. Der Trip zum Mako-Reaktor 5 ist einer unserer Lieblingsabschnitte des Abenteuers.

Falls ihr das Abenteuer noch nicht gespielt habt, dann solltet ihr langsam damit anfangen - allein wegen dieses Abschnitts. Zum Glück wartet das gesamte Spiel mit ähnlich denkwürdigen Momenten auf - ihr dürftet wohl rasch eure höchstpersönlichen Best Bit finden.

Womit uns nur noch eines zu sagen bleibt:

Jene von euch, die das Spiel bereits genossen haben, können gerne ihre Best Bits mit dem FINAL FANTASY VII REMAKE-Team auf Social Media teilen:

Teilen