5 der besten Diebe in Square Enix-Spielen

Freundlich ausgedrückt würde man sie zwielichtig nennen - aber wir lieben sie trotzdem
Von Duncan Heaney

Nicht jeder Held ist ein mutiger und edler Krieger - Spiele porträtieren Menschen aus allen Schichten und Lebenslagen. Einschließlich solcher, die ein bisschen, na sagen wir mal, moralisch flexibel sind.

Spiele von Square Enix liefern eine ordentliche Zahl solcher Halunken. Die mögen vielleicht Verbrechen begangen haben, aber wir vergeben ihnen trotzdem. Weil sie nämlich auch das Wichtigste gestohlen haben: unser Herz.

Okay, örx. Das ist selbst für uns ein bisschen dick aufgetragen. Legen wir einfach mal los.

Balthier - FINAL FANTASY XII THE ZODIAC AGE

Balthier lebt ein freies Leben. Der charmante Pirat durchpflügt in seinem Luftschiff Strahl den Himmel der FINAL FANTASY XII-Welt Ivalice und ist nie um eine Hinterlist verlegen.

Und so ist er bei unserem ersten Zusammentreffen auch gerade dabei, zusammen mit seiner geliebten Partnerin Fran die Schatzkammer des Königspalasts von Rabanastre auszuräumen. Er bleibt den Rest des Abenteuers lang bei der Truppe, allerdings nur in Erwartung auf Belohnung und Profit.

Zunächst macht Balthier einen harten und zynischen Eindruck - in Glücksspielen betrügt er und er fordert für seine Gesellschaft wertvolle Objekte seiner neuen Kameraden. Aber wir vergeben ihm - nicht zuletzt, weil er einen entwaffnenden Charme besitzt, aber auch, weil deutlich wird, dass Balthier mit der Piratenrolle nur seine wahre Natur überdecken will.

Unter all dem Zynismus und Getöse ist der Pirat nämlich ein bisschen weichherzig. Er nimmt Vaan unter seine Fittiche und öffnet dem naiven Straßenjungen die Augen für die Welt - und ihre Gefahren. Und er beschützt die Truppe erheblich intensiver, als es seine "Gebühr" rechtfertigen würde.

Sein Charakter kombiniert Gerissenheit, Witz und einen unvergleichlichen Sinn für Stil. Kein Wunder, dass er so ein Liebling der FINAL FANTASY-Fans ist.

Adam Jensen - Deus Ex: Mankind Divided

Einige von Euch mögen gerade denken: "Wartet mal, Adam Jensen ist doch gar kein Krimineller." Doch, ist er. Und zwar wenn wir ihn spielen.

Eine der tollen Sachen an der Deus Ex-Serie ist die Freiheit, das Spiel so anzugehen, wie man will. Für viele bedeutet das, dass man versucht, auf besonders clevere Weise der dunklen Verschwörung hinterherzuspüren, die die Welt zu zerreißen droht. Aber für uns geht's darum, in die Häuser der Leute zu schleichen und sämtliche Lebensmittel aus ihren Schränken zu klauen.

Verbrechen macht hungrig, oder nicht?

Zum Glück ist die Stadt Prag in Deus Ex: Mankind Divided gepflastert mit Appartements, Clubs und Läden, die nur darauf warten, unerlaubt betreten zu werden. Ihr könnt die Vordertüre hacken, durch ein Fenster schlüpfen oder euch mit schwerem Geschütz einen Weg bahnen (falls ihr's mit Raffinesse nicht so habt). Durch die Möglichkeit, seinen ganz eigenen Weg zu finden, fühlt man sich wirklich wie ein Meistereinbrecher.

Das ultimative Ziel für einen ambitionierten Dieb ist allerdings die Palisade-Property-Bank. In dieser schwer gesicherten Festung gibt es wertvolle Beutestücke ohne Ende sowie geheime, die Verschwörung aufdeckende Dokumente - allerdings auch Laser, Geschütze, Mechs, Alarme und ganze Einheiten schwerbewaffneter Wachen mit juckenden Abzugsfingern.

Wisst ihr was? Genügt ja auch, wenn wir dem Chef sein Mittagessen aus dem Bürokühlschrank mopsen.

Therion - OCTOPATH TRAVELER

In OCTOPATH TRAVELLER gibt es gleich acht sehr unterschiedliche Helden - und jeder hat seine eigene Geschichte, Klasse und individuellen Fertigkeiten. Therion ist der Dieb der Truppe. Und er beherrscht seinen Job richtig gut.

Wir treffen Therion zum ersten Mal in der Stadt Borderfall. In der Kriminellengemeinde hat er bereits Legendenstatus, aber Anfragen klauender Kollegen zwecks Zusammenarbeit werden von ihn deutlich zurückgewiesen - er wurde schon mal betrogen und vertraut niemandem.

Dagegen sind Solo-Raubzüge sein tägliches Brot. Die Gerüchte von einem Schatz in einer angeblich einbruchssicheren Villa sind allzu verlockend - und in wenigen Minuten findet Therion einen Weg hinein. So gut ist er!

Therion ist nicht nur ein geübter Einbrecher, auch als Taschendieb macht er eine tolle Figur. Falls ihr uns nicht glaubt, dann fragt doch einfach… so ziemlich jeden NPC im Spiel.

Solange sich dieser grüblerische böse Bube in eurer Gruppe befindet, könnt ihr von so gut wie jedem Dorfbewohner die Taschen leeren und ihre besten Stücke an euch nehmen. Dabei kann es sich um simple Dinge wie eine Heiltraube handeln, aber auch mächtige Waffen, Rüstungen und vieles mehr kann er klauen.

Ums kurz zu machen: Therion ist ein Dieb durch und durch. Wo auch immer er hingeht, hinterlässt er leere Taschen, und auch wenn sein moralischer Kompass nicht immer perfekt ausgerichtet ist, so ist er doch ohne Frage ein nützliches Mitglied des OCTOPATH TRAVELER-Teams.

Außerdem ist sein musikalisches Thema unglaublich.

Garrett - THIEF

Garrett ist nicht ein Dieb. Er ist der Meister aller Diebe.

Der verhüllte Kerl schleicht über Dächer und durch die Gassen der Stadt - kommt in jedes Gebäude, in das er gelangen will, und verlässt es mit jedem Objekt, nach dem ihm der Sinn steht. Und das alles, ohne eine Spur zu hinterlassen.

Einst hat Garrett gestohlen, um zu leben, nun lebt er, um zu stehlen. Es geht ihm nicht so sehr um das Gold, ihn lockt das Undurchdringliche, das Unerreichbare, das Geheime und Unbekannte. Es ist die Herausforderung, die seinen Körper und Geist wach und lebendig hält.

Zu stehlen ist nicht nur Beruf für ihn, es ist seine Art zu Leben. Er verbringt die meiste Zeit damit, Raubzüge zu planen und auszuführen - Ziele auszumachen und Möglichkeiten zu finden, wie man am geschicktesten wo hinein- und herauskommt.

Und das ist auch ein wichtiger Punkt: Garrett ist kein Engel, er zeigt nur ein bisschen mehr Edelmut als viele andere in seinem Berufsfeld. Vor allem Mord hält er für nicht akzeptabel - der sorgt nämlich meist für Sauerei und unnötige Aufmerksamkeit. Das wird deutlich durch seinen Ärger über seine Auszubildende Erin, die früh im Spiel ein bisschen zu munter auf eine Wache einsticht.

Weil er Professionalität so schätzt, kommt Garrett gegenüber den Menschen - außer seinen engsten Vertrauten - auch so kalt und distanziert rüber.

Aber wenn ihr eine Weile in der Rolle des Meisterdiebs zubringt, dann werdet ihr sehen, dass er in Wirklichkeit mit einem schrägen, manchmal bissigen Sinn für Humor ausgestattet ist. Und das ist hochwillkommen in der brutalen Welt, in der er lebt.

Zidane Tribal - FINAL FANTASY IX

Ihr kennt doch sicher den einen oder anderen Videospieldieb, der eine gequälte Seele ist, die in selbstgewählter Isolation lebt? Zidane ist das genaue Gegenteil davon.

Der Held von FINAL FANTASY IX ist fröhlich, begeisterungsfähig und sozial - er liebt es, Leute zu treffen und Freundschaften zu schließen.

Diese Extrovertiertheit hat ihren Ursprung womöglich von seiner Zeit bei der Tantalus-Theatergruppe - einer fahrenden Gemeinschaft, die ihre Aufführungen als Deckmantel nicht ganz legaler Aktivitäten nutzt. Womit ließen sich die Leute wohl besser ablenken als mit einer gefeierten Vorstellung von "Ich will dein Kanarienvogel sein"?

Obgleich er als Dieb zufrieden scheint, nimmt Zidanes Leben eine unerwartete Wendung, als er eine Person stehlen soll - Prinzessin Garnet von Alexandria. Die Prinzessin will nämlich gekidnappt werden, und in dem folgenden Chaos wird Zidane in eine zunehmend heroische Rolle gepresst.

Aber selbst beim Kampf um das Schicksal der Welt findet er die Zeit, den puritanischen Steiner aufzuziehen oder ein, zwei Schlösser aufzubrechen. Zudem ist die Fähigkeit, von den Gegnern zu stehlen, entscheidend - vor allem bei Bossen, die häufig unglaublich nützliche und wertvolle Rüstung, Waffen und Zubehörteile mit sich herumtragen.

Er wird wohl nie ganz seine schurkische Ader aufgeben - aber warum würden wir das auch wollen?


Das waren fünf unserer Lieblings-Videospieldiebe. Aber wie schaut es mit euch aus? Haben wir einen wichtigen Square Enix-Charakter vergessen? Sagt es uns doch in den Kommentaren oder auf den sozialen Medien:

Teilen