Marvel's Avengers: Hinter den Kulissen - Ein Gespräch mit Sandra Saad, der Darstellerin der Kamala Khan

Die Schauspielerin, die Kamala Khan zum Leben erweckt hat, spricht über Comics, Motion-Capturing und Troy Bakers ermüdend perfekte Haare.
Von Duncan Heaney

Die Darstellerriege von Marvel's Avengers ist fast so legendär wie die mächtigsten Helden der Erde selbst. Sandra Saad fängt perfekt die Jugend und den Enthusiasmus des Neulings der Gruppe ein: Kamala Khan alias Ms. Marvel - die aufstrebende Heldin, deren Aufgabe es ist, die in alle Winde zerstreuten Avengers wieder zusammenzubringen.

Tatsächlich räumt Saad ein, dass sie mehr als nur ein bisschen mit unserer Protagonistin gemeinsam hat. Wir haben mit ihr über ihre Erfahrungen bei der Arbeit an dem Spiel gesprochen, und darüber, was ihr diese Rolle bedeutet.

Wie hast du dich auf die Rolle der Kamala Khan vorbereitet?


Ich habe viel Recherche in Ms. Marvel-Comics betrieben. Und auch in allen anderen Comics, über die ich so gestolpert bin, welche mit Hulk beispielsweise.

Die meisten davon waren online, weil mir das Marvel-Team einen Zugang zu Marvel Unlimited und anderen digitalen Comics verschafft hatte. Aber man kann ja nicht immer nur auf den Bildschirm starren, oder? Also bin ich in Comic-Läden gegangen und habe, nun, im Endeffekt alles gekauft, was ich finden konnte. Alles, was ein cooles Cover hatte (lacht).

Ich habe auch viele Captain-Marvel-Comics gelesen, in denen Kamala auftaucht.

Hattest du realisiert, wie wichtig die Rolle der Kamala Khan in der Story werden würde?


Anfangs nicht. Um ehrlich zu sein, ich habe es nie so richtig geglaubt, als mir das jeder erzählte.

Als ich aufwuchs, gab es niemanden, zu dem ich aufsah - oder zu dem ich irgendwie hätte aufsehen können -, der auch nur entfernt so aussah wie ich. Doch Kamala, sie ist eine Einwanderin der ersten Generation und sie ist eine Superheldin, und das ist einfach wunderbar.

Als man mir das erzählte, meinte ich so: "Ist das erlaubt? Wer hat das erlaubt?" (lacht)

Also: Nein. Und werde mir dessen auch erst langsam bewusst.

Du hast eine deutliche Ähnlichkeit mit dem Charakter. Gab dir das Team viel Spielraum bei der Art und Weise, wie du sie porträtierst?


Ich denke, das Team versteht, dass ich in vielerlei Hinsicht Kamala sehr ähnlich bin. Ich lasse mich stark begeistern, bin eine Amerikanerin der ersten Generation, bin selber ein Fangirl. Ich musste also nicht groß nach Inspiration suchen (lacht).

Das Team meinte so: "Ist ja toll und wichtig, dass du so ein Bücherwurm bist und über Kamala liest. Aber viel schauspielern musst du nicht - du bist ja schon sie!"

Bist du auch so ein leidenschaftlicher Nerd wie sie?


Oh ja! Ich bin außerdem Musikerin, und viele meiner Helden sind Musiker. Ich liebe Frank Zappa, Rami Malik und Jack White. Und zwar so richtig.

In meinen Augen sind diese Menschen brillant - sie sind meine Superhelden.

Auf jeden Fall hatte ich dieses Gespräch mit Shaun Escayg, dem Creative Director von Marvel's Avengers, und der fragte: "Bei was würdest du so ausflippen wie Kamala?" Und ich dachte: "Oh Mann - wenn Frank Zappa noch am Leben wäre und vor mir stünde… Ich wüsste nicht, was ich täte! Oder Robert Plant, oder Jimmy Page."

Also sagt Shaun im Prinzip, "okay, stell dir schnell vor, dieser Zappa-Typ steht vor dir!" Und das hat zu meinem Schauspiel beigetragen.

Ich liebe Marvel sehr, und als ein echter Fan der Avengers ist das nicht so weit hin bis zu der Vorstellung: "So fühlt es sich an, vor Thor zu stehen".

Also ist Thor dein Frank Zappa.


(lacht) Ja. Oder Iron Man - ich bin irgendwie zwischen den beiden hin- und hergerissen.

Als eine recht unbeleckte Darstellerin musst du dich doch innerhalb der Truppe ein bisschen wie Kamala gefühlt haben.


Oh, auf jeden Fall! Ich bin die Neue, Kamala ist die Neue - da gibt es also schon eine Ähnlichkeit.

Es war zum Beispiel auch das erste Mal, dass ich auf einer Motion-Capturing-Bühne stand, und ich kannte niemand von diesen Leuten - aber sie kannten sich alle. Troy Baker, Travis Willingham, Laura Bailey, Nolan North - die sind alle Freunde, haben das schon eine Million Mal gemacht und sind so gut darin.

Ich habe in der Vergangenheit schon einige andere Dinge gemacht, aber auf so einer Bühne war ich nie. Mir ist klar, wie cool das einfach ist. Die Leute um mich herum stecken mich in diesen verrückten Anzug, diese Headcam… und ich habe sowas noch nie zuvor gesehen. Ganz anders als bei Fernsehen oder YouTube.

Für Schauspieler kann Motion-Capturing eine interessante Herausforderung sein. Wie waren deine ersten Erfahrungen mit dieser Technologie?


Ich denke, es geht da viel um Vorstellungskraft. Ich habe mich tatsächlich viel mit dem Thema beschäftigt, bevor es losging, und dann habe ich realisiert, dass es nicht nur um Bewegungen geht, sondern um eine komplette schauspielerische Leistung.

Es werden die Bewegungen meines Gesichts aufgenommen, meines Körpers, meine Stimme wird aufgenommen - alles. Also musste ich mir vorstellen, dass diese ganze Welt um mich herum existiert. Weißt du, wenn ich zuschlage, muss ich mir vorstellen, dass meine Faust ganz da drüben landet (lacht).

Haben dir die anderen Darsteller Tipps gegeben?


Well, Troy loved to pull me aside and be, like, “Hey kid, come here. Let me give you some words of wisdom.” And it is! It’s always like a nugget of gold.

Nun, Troy liebte es, mich zur Seite zu nehmen und zu sagen: "Hey, Kleine, komm mal. Lass mich dir ein paar weise Worte sagen." Und die waren dann auch weise. Das war immer Gold wert.

Ich sprach darüber, laufen zu gehen, und er meinte: "Hey, Kleine, komm mal. Lass mich dir zeigen, wie man seinen Fuß vernünftig auf den Boden setzt." Und natürlich denkt man sarkastisch, "ja klar"… Aber er hatte recht! Er hatte immer recht. Jeder einzelne Ratschlag war neu für mich.

Dazu kommen noch seine Haare. Immer perfekt. Immer. Er ist einfach ein Gewinnertyp.

Nolan North auch. Man erwartet, dass Nolan ein Typ ist, der viel Kluges mitzuteilen hat. Und das ist er auch - ich habe ihn am Set mit Staunen beobachtet, wie er über all die coolen Sachen sprach, die er schon gemacht hat.

Und immer mal wieder nahm er mich zur Seite und sagte, "ich finde, du machst das richtig, richtig gut, und ich will, dass du das weißt."

Und das ist einfach nur… Man fühlt sich (simuliert Hyperventilieren) wow!

Klingt, als wärst du ein Fan deiner Darstellerkollegen. Hey, eine weitere Ähnlichkeit mit Kamala!


Oh ja, ich habe definitiv diese Fangirl-Seite von Kamala - ich hätte allerdings nie gedacht, dass das zwischen mir und den anderen Schauspielern passieren würde.

Aber ich stellte schnell fest: Oh, diese Leute sind wirklich gut in dem, was sie tun - und sie teilen ihre Erfahrungen und Erkenntnisse nur allzu gerne mit mir.

Gibt es eine bestimmte Szene oder Erinnerung an die gemeinsame Arbeit, die herausragt?


Ehrlich, jedes Mal am Set war großartig. Das erste Mal, als ich eine Szene spielte, dachte ich, es könnte nicht besser werden. Es war ein Höhepunkt! Dann kam ich am nächsten Tag rein und es ging mir wieder so.

Allerdings ragt eine Szene wirklich heraus. Meine erste Szene mit Troy werde ich nie vergessen. Kamala wacht auf Bruces Untersuchungstisch auf und reagiert so: "Was tust du, warum untersuchst du mich, was ist passiert?!"

Und das blieb bei mir hängen, weil es so eine starke Szene ist. Sie führte zu so einer großartigen Verbindung zwischen ihm und mir - und einer großartigen Verbindung zwischen Bruce und Kamala.

Das war also unser "Hinter den Kulissen"-Interview mit Sandra Saad, die im Spiel zu Ms. Marvel wird. Falls ihr unseren Blog-Beitrag "Die Formung der Marvel's Avengers: Kamala Khan" noch nicht gelesen habt, dann tut das doch mal und erfahrt, wie unser Entwicklerteam bei Crystal Dynamics an diese Herausforderung herangegangen ist.

Wir präsentieren euch bald noch weitere Interviews mit den Darstellern, aber bis dahin könnt ihr - wenn euch ihre Darstellung unserer Marvel's Avengers-Protaonistin gefallen hat - schon mal Sandra folgen:

Marvel’s Avengers ist für PS4, Xbox One, Steam und Stadia erhältlich.

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